Doch die Straßenbeleuchtung stört! Viel zu kalte Lichtfarbe und zu hell für die Region, besondere in den Wohnstraßen (im Schnitt über 3 Lux im Mittel anstelle der 1 Lux zwischen 22:00 und 06:00*)!
Tauschen wir die kalt-weiß leuchtenden Pilzleuchten gegen Amber-farbene LED-Leuchten mit einer Straßenoptik aus,
die nur auf die Straße nach unten strahlen (ULOR<0,3) und so kein Licht auf Fenster und reflektierende Wände werfen.
die schöne Stadtmöbel von hoher Qualität sind und die Straßen auch bei Tag aufwerten.
Beleuchten wir – wie für Erholungsgebiete empfohlen – mit 1 Lux zwischen 22 und 6:00Uhr. *
Umsetzung: Tiefbauamt Werder, zusammen mit einem unabhängigen Planungsbüro
Kosten für 20 Leuchten inkl Installation brutto 30.000€ in der A-Klasse, 15 – 20.000 B-Klasse
Stromkosten-Reduzierung bei genauer Leistungseinstellung pro Jahr von rund 1000€ auf ca. 60€
Anbindung an eine smarte Stadt mit SoLiMa möglich! Vielleicht gibt es dann nicht nur guten Schlaf, sondern irgendwann auch eine smarte Stadt und noch viel mehr Ersparnis!
Sehnen Sie sich nach angenehmen und wohltuendem Lichtambiente? Oder ist es Ihnen vielleicht (da draußen) einfach auch oft alles viel zu hell und viel zu viel? Ist Ihnen Nachhaltigkeit und möglichst umweltgerechtes Handeln vielleicht auch wichtig – wie mir? Dann sind Sie hier genau richtig. Sie können sich auf dieser Seite informieren – besonders darüber, wie wichtig es ist, schädliche Auswirkungen von Beleuchtung zu minimieren und welche Möglichkeiten es dafür gibt. Sie können sich vernetzen und meine oder auch andere Initiativen unterstützen, vielleicht sogar mitmachen. Wir können zusammenIhre Fragen zur Beleuchtung angehen. Oder Ihre Beleuchtung überarbeiten, bzw. neu machen. Gerne auch mit historischen Bestandsleuchten, Sammlerobjekten u.s.w. Ich kann Ihnen sogar helfen, wenn die Lösung nicht in der Beleuchtung, sondern vielleicht in der Wandfarbe oder Raumeinrichtung liegt – auch umweltgerecht.
Beim Beleuchten ist mir besonders wichtig,
nicht nur menschliche Belange, sondern auch die Bedürfnisse der sie umgebenden natürlichen Habitate und ihrer Bewohner bei der Konzeption von Beleuchtung zu bedenken. Ob privat, geschäftlich oder aus öffentlich Hand.
Mit Licht gestalten wir Lebensräume, für alle anderen auch. Eine große Verantwortung.
die weitere Umgebung der Beleuchtungsaufgabe in die Betrachtung einzubeziehen; genau zu ermitteln, wo und wann und welche Menge an Licht tatsächlich benötigt wird. Und diese auch nur bei tatsächlichem Bedarf zu nutzen. Überall, nicht nur Gebieten mit ausgewiesen anerkanntem besonderen Schutzbedarf (Natur-, Landschafts- und Gewässerschutzgebiete, Natur- und Sternenparks).
in der Art der Lichtfarbe und Lichtrichtung, wie auch der Herstellung und Wiederverwertbarkeit möglichst umwelt- und sozialverträglich produzierte Leuchten von hoher gestalterischer und funktionaler Qualität auszuwählen, die ihr Geld wirklich wert sind. Leuchten gestalten ein Umfeld für Jahrzehnte. Eine sorgsame und geschmackvolle Auswahl wirkt sich immer positiv auf das Erscheinungsbild des Umfeldes und damit das Gemeinwesen aus.
auf kommunaler Ebene in Bebauungsplänen, Bauordnungen und für die Straßenbeleuchtung eigene, an die natürliche Umgebung angepasste Lichtsatzungen und –Obergrenzen zu definieren.
mittelfristige wirtschaftlichen Folgekosten für Reparatur und Wartung im Garantiefall, Rückbau / Recycling, aber auch Langfristige für Gesellschaft, Umwelt und Gesundheitswesen zu berücksichtigen, also den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.
der Dunkelheit ihren Raum zu geben, sie erfahrbar zu machen. Die Fähigkeit zum Nachtsehen neu zu entdecken. Und darüber zu staunen, mit wie wenig Licht man gut auskommen kann.
Wir – Auftraggeber, Planer, Nutzer – sind verantwortlich für das künstliche Licht und den Schaden, den wir unter Umständen damit anrichten. Jede einzelne Lichtquelle zählt. Ob im öffentlichen, industriellen oder kommerziellen Kontext aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht, der Gelände- & Gebäudesicherung und des Arbeitsschutzes, aber auch im privaten Rahmen, zur Wegesicherung und Dekoration.
Lichtimpressionen, mehr oder weniger gelungen
In der Kleinstadt besonders eindrücklich: von der Sicherheitsbeleuchtung der Bankautomaten „haben alle etwas“. Mit anwesenheitsaghängigem Dimmen der Beleuchtung könnte man hier viel bewirken
Reporter: wir sind hier vor dem Schützenhaus in Werder, gerade kommen Bürger, Stadtverordnete und die Bürgermeisterin aus einer wichtigen Sitzung, in der ein jährliches Festival of Stars, ein Sternenfest zusätzlich zum Baumblütenfest beschlossen wurde. Sie haben ein interessantes Jahr hinter sich, das Jahr der Sterne. In vielen Veranstaltungen haben Sie die Dunkelheit und den Sternenhimmel erlebt, was hat das mit Ihnen gemacht?
Frau Bürgermeisterin: zunächst war ich skeptisch, obwohl ich selbst Hobbyastronomen bin und bei jeder Gelegenheit in den Sternenhimmel schaue. Gerade das Festival of Stars anlässlich der Earth Night war jedoch so ein Erfolg, dass wir beschlossen haben, es über dieses ungewöhnliche Bürgerhaushaltsprojekt hinaus fortzuführen. Es ist eine gute Ergänzung zum Baumblütenfest, was jetzt ja viel kleiner geworden ist.
Reporter: hat das Jahr der Sterne sonst noch Konsequenzen für die Gemeinde?
Udo, Mitarbeiter des Tiefbauamtes, zuständig für Beleuchtung: die Fachvorträge zur Auswirkung von Beleuchtung und die positiven Erfahrungen damit, Dunkelheit zu erleben haben uns davon überzeugt, die anstehende Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf 2200K, also eine sehr warmes amberfarbenes Licht durchzuführen. Wir prüfen die Einführung der bedarfsgerechten Beleuchtung, zunächst in den Nebenstraßen und eine stufenweise Reduktion auf 30%, soweit sie aufgrund der niedrigen Verkehrsdichte nicht sogar ganz abgeschaltet werden können. Ein Teil der Stromeinsparungen fließt in die Schülerfirma, die uns mit regelmäßigen Dunkelspaziergängen dabei unterstützt, die Akzeptanz dafür in der Bevölkerung zu erhöhen.
Reporter: das sind große Schritte für den Umweltschutz! Is there any other experience?
Anja, Obstbäuerin: zu Beginn war ich skeptisch, aber eigentlich ist es ja richtig: Wir sind von Natur-, Gewässer- und Landschaftsschutzgebieten umgeben. Für den Obstanbau brauchen wir gesunde Insektenpopulationen und auch was die Fische sollen sich weiterhin in der Havel zu Hause fühlen. When I found out how much the animals are affected by the lighting, I was shocked.
Reporter: Die Leute wollen ja gar nicht gehen – frage ich doch mal in die Runde
Manuela, Projektbeteiligte: erst dachte ich, das ist rausgeschmissenes Geld. durch die Veranstaltungen ist jedoch so eine Dynamik und ein Zusammenhalt entstanden, das hat die Kommune richtig zusammengeschweißt.
Sina, 19, Abiturienten, Teil der Schülerfirma „Werder und die Nacht“: wie langweilig, dachte ich, zusammen mit der Werderaner Veranstaltungsagentur Zeug rund um die Dunkelheit zu organisieren? Es hat jedoch so viel Spaß gemacht, dass ich jetzt weiß, was ich beruflich machen möchte: ich lerne Veranstaltungskauffrau und brauche dafür nicht mal die Stadt zu verlassen.
Frank, 17 Sinas Teamkollege: am besten haben mir der Besuch des Science Truck und die Möglichkeit, mit „Skyheia“ draußen zu schlafen, gefallen. Das war ein voller Erfolg! Voll toll, dass es das jetzt regelmäßig gibt.
Marlon, Mitarbeiter der Weißen Flotte: zuerst waren wir skeptisch, die Sternenfahrten auf dem Schwielowsee sind aber immer ausgebucht, auch, wenn der Himmel bewölkt ist. Das spricht doch für sich!
Annika, Havel Therme: unsere Visit-Dark-Skies-Nächte sind ein Highlight in der Therme. Obwohl mittlerweile viele auch nächtliche SUP-Fahrten und Bootstouren auf dem Zernsee anbieten, was ja eigentlich noch spannender ist.
Frederick, 32, Informatiker: mit Kunst habe ich eigentlich nichts am Hut, der Workshop die Nacht zu malen, hat mich aber dann doch gereizt. Und jetzt bin ich auf jeder Ausstellung in der Stadt und habe eine ganze neue Welt für mich entdeckt
Arno, 82: vorher dachte ick imma, ick muss doch dit Licht anmachen, sonst seh‘ ick ja nüscht. Jetzt geh‘ ick langsamer und freu mir über dit alte Jeblitzte und Jeblinker da oben.
Udo, 55, Elektriker: die Zeitschaltuhr von meiner Außenbeleuchtung habe ich gegen einen guten Bewegungsmelder ausgetauscht. Der läuft aber nur um Neumond herum. Ich wusste gar nicht, wie toll Haus und Garten bei Vollmond aussehen . Und sogar meine Tochter fühlt sich jetzt sicherer bei dem bisschen Licht, wenn sie nachts von der Arbeit kommt.
Emma, 6, Udo’s Enkeling: die Sternen-Spaziergänge im Stadtwald waren spitze! Zuerst hatte ich Angst, aber nach einer Weile konnte ich so gut sehen! Opa und ich machen das jetzt ganz oft zusammen.
Bärbel, 80, Rentnerin: erst war ich skeptisch, aber nach der ersten Veranstaltung im Skatepark habe ich auch alle anderen besucht. Die Konzerte und Lesungen unter dem Sternenhimmel – ein unfassbares Erlebnis!
Frank, 45: im Nachhinein bin ich richtig froh, dass unsere Straße keine Straßenbeleuchtung hat! Unsere private Beleuchtung haben wir reduziert und vor allem den Erfassungsbereich des Bewegungsmelders korrigiert. Wenn man sich erstmal bewusst geworden ist, wie schön und wertvoll Dunkelheit sein kann sieht man die Welt aus ganz anderen Augen.
Marina, 42, Franz Frau: ich dachte auch immer, dass ich mehr Licht brauche, um mich sicherer zu fühlen. Jetzt weiß ich, dass mein eigenes Gefühl nichts mit tatsächlich stattfindenderKriminalität zu tun hat. Und ich bin vielsicherer geworden.
Reporter: Danke Ihnen allen, ich bin beeindruckt und gespannt darauf, wie sich das Thema in der Stadt weiter entwickelt!